aktuelle Konzerte

Samstag 25.07.2020, 17 Uhr, Hofgarten Schloss Schleißheim – ALTE MUSIK IN SCHLOSS SCHLEISSHEIM

Sonntag 26.07.2020, 17 Uhr, Kabinettsgarten der Residenz München (neben der Allerheiligen-Hofkirche, Eingang über Alfons-Goppel-Straße)

Oboenbanda der Hochschule für Musik und Theater München

Saskia Fikentscher, Alexandra Hajdu, Ilona Hanning      Barockoboe       Katrin Lazar, Saki Sugawara      Barockfagott

Die staatlichen Bestimmungen erfordern personalisierte Eintrittskarten mit fest zugewiesenen Sitzplätzen. Für das Konzert 25. Juli im Hofgarten Schleißheim werden die Karten kostenfrei abgegeben – Spenden sind willkommen! Für Sonntag 26. Juli im Kabinettsgarten beträgt der Preis € 12.oo. Sie können Karten unter musiche@t-online.de oder Telefon 089/36 79 28  bestellen. Dabei müssen Sie die Namen aller Konzertbesucher, Postanschrift und eine Telefonnummer angeben. Die Karten erhalten Sie per Post zugesandt, bei kurzfristiger Reservierung werden sie am Eingang des Konzerts für Sie bereit gehalten. Auch beim Einlass 30 Minuten vor Beginn können Restkarten ausgegeben werden. Personen, die Symptome von Covid-19 zeigen oder in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einer Person mit Covid-19-Erkrankung hatten, dürfen das Konzert nicht besuchen.

Saskia Fikentscher, Katrin Lazar und die Oboenbanda der Musikhochschule München

Zusammen mit ihren Studierenden bilden die Dozentinnen für historische Doppelrohrblattinstrumente Saskia Fikentscher (Oboe) und Katrin Lazar (Fagott) die „Oboenbanda der Hochschule für Musik und Theater München“ und erarbeiten jedes Semester gemeinsam interessante Werke des reichhaltigen Barock-Repertoires für Hautboy-Ensembles in unterschiedlichen Besetzungen.

In diesem Semester durfte – durch Corona bedingt – erst spät und auch nur klein besetzt mit den Proben begonnen werden. Umso größer die Freude, dem Publikum und Schlossgarten-Flanierenden nun am Semesterende drei exquisite Quartette von Johann Christian Schieferdecker und Johann Friedrich Fasch in schönster Freiluft-Umgebung präsentieren zu dürfen.

Programm:

Johann Christian Schieferdecker (1679-1732)       

Musicalisches Concert Nr. 11

Johann Friedrich Fasch (1688-1758)       

Sonata in F per 2 Oboi e 2 Fagotti

Johann Christian Schieferdecker         

Musicalisches Concert Nr. 12

Oboistenbande

Sommer 1698. Ludwig der XIV ist schon längst von seinem Sommersitz in Fontainebleau nach Paris abgereist und hat etliche seiner Musiker mitgenommen. Einige sind aber noch in Fontainebleau geblieben: die Oboistenbande, ein Bläserensemble bestehend aus Oboisten und Fagottisten. Sie musizieren an diesem Abend die Musik zu „Der Bürger als Edelmann“ von Lully ganz allein, ohne Streicher, denn die waren ja schon wieder in Paris.

Am Hof des Sonnenkönigs gibt es mehrere Ensembles: nicht nur die berühmten „24 Violons du Roy“ oder die „Petits Violons“, sondern auch die „Chapelle Royale“ für die Kirchenmusik , das Orchester der Oper und vor allem die „Grand Écurie“: die Bläser, die morgens den König wecken, aber auch im Krieg mit ins Feld ziehen (z.B. die „Hautbois de Mousquetaires“), oder die Streicher-Ensembles verstärken und in der Oper spielen, oder an milden Sommerabenden auf einem der Sommerschlösser die Gäste des Königs mit Musik unterhalten.

Da der französische Hof in der Barockzeit das Non-plus-Ultra ist – alles was der Sonnenkönig macht ist „in“ -, schauen sich deutsche Adelige einiges aus Frankreich ab, auch in musikalischer Hinsicht: Oboisten aus Frankreich spielen an deutschen Höfen, Bläserensembles werden gegründet, für die dann natürlich auch extra komponiert wird.

Eine kleine Stadt in Sachsen-Anhalt

Kennen Sie Teuchern? Nein? Dann lernen Sie es heute kennen und zwar auf musikalischem Wege. Teuchern ist nicht nur eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt, sondern auch eine Stadt, in der drei Komponisten ihre Kindheit verbringen: Reinhard Keiser, Johann Christian Schieferdecker und Johann Friedrich Fasch. Keiser und Schieferdecker werden in Teuchern geboren, besuchen das Gymnasium, an dem der Vater von Schieferdecker als Lehrer arbeitet (Organist und Kantor war er auch noch), wechseln dann beide auf die Thomasschule in Leipzig und studieren dort an der Universität. Die zwei sind gute Freunde und als Reinhard Keiser in Hamburg lebt und dort für die Oper am Gänsemarkt komponiert, holt er seinen Kumpel Schieferdecker als Cembalist und Korrepetitor nach Hamburg. Fünf Jahre bleibt Schieferdecker dort, dann zieht es ihn nach Lübeck, weil er die Stelle von Dietrich Buxtehude an der Marienkirche übernimmt, dem er zuvor schon assistiert hat. In Lübeck spielt er nicht nur Orgel, sondern komponiert auch Geistliches und Weltliches und führt die Tradition der öffentlichen Konzertreihe an der Marienkirche, die sogenannte Abendmusik, fort. Seine „Musicalischen Concerte“ könnten in der Oper als Vorspiel oder Entre’acte gespielt worden sein, sie waren von Schieferdecker aber auch für die private Nutzung gedacht, wie das Vorwort verrät.

Ein weiterer Komponist, der viel für Bläser komponiert hat, ist Johann Friedrich Fasch. Drei Jahre nach Bach und Händel in der Nähe von Weimar geboren, kommt er nach dem Tod des Vaters nach Teuchern. Als der junge Fasch in Teuchern ein paar Arien zum Besten gibt, ist zufällig auch ein Sänger vom Weißenfelser Hof anwesend, der seinem Herzog sofort davon erzählt, so beeindruckt ist er vom Gesang des Jungen. Auf diesem Weg bekommt Fasch die freie Discantisten-Stelle in der Hofkapelle von Weißenfels. Danach besucht auch er die Thomasschule in Leipzig, hat bei Kuhnau Unterricht, gründet ein eigenes Orchester, ein Collegium Musicum. 1713 beendet Fasch sein Studium in Leipzig und reist herum, bekommt von Graupner in Darmstadt zwei Wochen lang kostenlosen Unterricht und hat diverse Jobs, ehe er Kapellmeister am Anhalt-Zerbster Hof wird. 36 Jahre arbeitet er dort, bis zu seinem Tod 1758. In dieser Zeit komponiert er aber nicht nur für den Zerbster Hof, sondern schreibt auch einige Konzerte, Ouvertüren und Sinfonien für die Dresdner Hofkapelle, die sehr gute Bläser in ihren Reihen hat.

Ilona Hanning

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schon vorbei…

Freitag 11.10.2019, 20 Uhr, Kaisersaal der Residenz München

Eröffnungskonzert der Residenzwoche München 11. – 20. Oktober 2019

Die Accademia Bizantina aus Ravenna ist das führende Barockorchester  Italiens – zum ersten Mal im Kaisersaal der Münchner Residenz mit einem Programm, das zeigt, wie spannend und berührend Vivaldi sein kann.

Delphine Galou, Alt · Accademia Bizantina · Alessandro Tampieri, Barockvioline und Viola d´amore

Arien und Concerti von Antonio Vivaldi (1678-1741)

Aus Venedig empfahl Kurfürstin Therese Kunigunde ihrem Gatten Max Emanuel; Antonio Vivaldi als bayerischen Hofkapellmeister zu verpflichten. Max Emanuel lehnte jedoch ab – Vivaldis Musik sei „zu stark für unseren Geschmack“. Was München dadurch entgangen ist, lassen Sie die wunderbar starke Sängerin Delphine Galou und Italiens führendes Barockorchester aus Ravenna erleben.

Karten € 59/49/39/29/24, Bestellung über post@musiche.de,  bei MünchenTicket und Süddeutsche Zeitung Tickets

Die weiteren Konzerte der Residenzwoche München finden Sie hier

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Augustin Lusson (Barockvioline) und Daria Zemele (Cembalo) am 12. Oktober 2019, 19 Uhr, im Kaisersaal

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Die Konzerte der Residenzwoche München werden vom Kulturreferat der Landeshaupstadt München  gefördert.